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011·19. Mai 2025·38 Min·mit Kai Pflaume

Fragen, die sonst keiner stellt! Kai Pflaume im Gespräch mit Chris & Eric (OMR Live) #10

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Worum es geht

OMR Festival Special. Statt Business-Interview moderiert Kai Pflaume — der Mann, den die halbe Generation Christian und Eric mit Mama und Papa im Wohnzimmer gesehen hat. Die Idee: Zwei Milliarden-Gründer nicht über KPIs, Fundraising und Exits ausfragen, sondern über Kindheitsträume, Morgenroutinen, die erste Million und „was wolltest du eigentlich werden, bevor das alles passiert ist?" Kai macht es ernst — er fragt wie ein Fernsehprofi, nicht wie ein Tech-Podcaster, und holt damit Sachen raus, die in einer normalen Business-Folge nie zur Sprache kämen.

Die Dramaturgie der Folge lebt von den drei unterschiedlichen Tagesrhythmen, die sich in diesen 45 Minuten auf der Bühne treffen: Kai, der am Vorabend bis spät auf der OMR-About-You-After-Party war und nur 3,5 Stunden Schlaf hatte. Christian, der um 21:30 Uhr im Bett liegt, um 06:00 Uhr aufsteht und mit seinem WHOOP-Band checkt, wie gut er geschlafen hat. Eric, der um 06:00 Uhr fast gerade nach Hause kam, weil er am Vorabend geschrieben hatte „Ich brauche noch eine Stunde" — und dann trotzdem um 8:00 Uhr von Christian zum Training gezerrt wurde. Kai ist mit dabei, der einzige Aussteiger im Lineup — aus Höflichkeit und Respekt, nicht aus Gewohnheit. Das Bild ist das inhaltliche Thema dieser Folge in konzentrierter Form: Die Morgenroutine, die die beiden Gründer tragen, ist nicht glamourös, nicht Instagram-würdig — sie ist ein operationaler Zwang, den beide auf ihre eigene Art durchziehen.

Dazu die Themen, die man in normalen Gründer-Interviews nicht stellt: Kais Reeperbahn-Tour mit der Müllabfuhr und das junge Pärchen an der Ampel, das ihn erkannte. Christians erste Million, die er gar nicht mitbekommen hat, weil er bis heute keinen Bank-Zugriff hat und notfalls seinen Vater anruft, um die PIN zu erfragen. Erics 911er, den er sich unmittelbar gekauft hat und den er bis heute fährt. Und der Rat an junge Gründer, der am Ende der Folge steht: Nicht die große Idee suchen, sondern ein Produkt klein testen im Friends-and-Family-Umfeld und besser exekutieren als die 80% der Firmen, die „kacke in dem sind, was sie machen".

Learnings

Was du mitnehmen kannst.

41 Gedanken · 15 Kapitel

Drei Rhythmen auf einer Bühne

  1. 01·Kai, Christian & Eric

    Kais 3,5 Stunden Schlaf trifft Christians 06:00-Uhr-Wecker

    Kai: „Ich hab dreieinhalb Stunden geschlafen — und die beiden waren frisch und haben gesagt: Ach, 08:00 Uhr morgens gehen wir heute trainieren." Kai war auf der OMR-About-You-After-Party. Christian wollte um 21:30 Uhr Abendessen, um 22:15 Uhr schrieb Eric: „Ich brauche noch eine Stunde." Christian ging um 22:30 Uhr ins Bett. Um 06:00 Uhr klingelte der Wecker, „da kam Eri glaub ich fast gerade nach Hause". Drei Lebensrhythmen — Fernseh-Moderator im Event-Modus, disziplinierter Gründer im Routinen-Modus, nachtaktiver Gründer im Flow-Modus — prallen in einer Trainings-Session um 8:00 Uhr aufeinander. Wer unter den drei die meiste Arbeit pro Tag macht, ist nicht der, den man aus der Außenwahrnehmung vermuten würde.

  2. 02·Eric

    Glücklich Single als legitime Lebensform — Eric korrigiert Kai auf offener Bühne

    „Glücklich Single hättest auch sagen können.”

    Eric Demuth

    Kai: „Jetzt unterscheidet uns beide natürlich auch von Erik, dass wir in einer glücklichen Beziehung leben. Du bist Single." Eric, direkt: „Glücklich Single hättest auch sagen können." Die Szene ist klein, aber konstitutiv — es ist genau die Pauschalität, gegen die Eric in der Community-Kommunikation ankämpft. Single-sein ist nicht das, was übrig bleibt, wenn es mit der Beziehung nicht klappt — es kann eine bewusste Lebensform sein. Diese Klarstellung fällt nicht aus Trotz, sondern aus Ehrlichkeit: Wer Lebensqualität ohne Beziehung hat, sollte sich nicht von sozialen Konventionen in ein fehlendes Narrativ drücken lassen.

Morgenroutine ohne Glamour

  1. 03·Eric

    Proteinshake statt Frühstück — Erics morgendlicher Switch

    Eric: „Das hat sich seit letztem Sommer geändert. Ich fange morgens jetzt wirklich an mir einen Shake reinknallen und kein Frühstück mehr. Hat funktioniert — abgenommen, mehr Energie." Der Switch kam durch Christian („durch Chris haben wir uns auch irgendwie kennengelernt, am More-Stand gegenüber"). Zusätzlich: Koffein über den Shake, weil Eric Kaffee magenmäßig nicht verträgt. Das ist die reale Form einer „Morgenroutine" — keine Meditation, kein Journaling, kein 5:00-Uhr-Kaltbad. Ein schnell trinkbares Nährstoffgetränk, weil man sonst nicht rechtzeitig in den Tag kommt.

  2. 04·Eric

    „Ich bin so super indiszipliniert — viel zu lange am Handy morgens"

    Eric: „Ich muss dazu sagen: Ich bin so super indiszipliniert. Ich bin erstmal viel zu lange am Handy morgens, bevor ich irgendwas mache." Kai hakt nach — Handy neben dem Bett, die ganze Nacht an. Eric: „Leise, aber an." Dann News durchgehen, Nachrichten beantworten, mit dem Hund kuscheln. Eric spielt kein perfektes Bild — er benennt offen, dass er die Morgen-Disziplin, die viele von erfolgreichen Gründern erwarten, gar nicht hat. Diese Ehrlichkeit ist wertvoller als eine inszenierte Biohacker-Routine — weil sie die Realität abbildet und Zuhörern erlaubt, sich selbst nicht als Versager zu sehen, wenn ihre eigene Morgenroutine auch unperfekt ist.

  3. 05·Christian

    Christians Zwang: 20 Minuten nach Aufstehen auf dem Fahrrad arbeiten

    „Wie kann ich die Zeit zwischen Aufstehen und Arbeiten möglichst reduzieren?”

    Christian Wolf

    Christian: „Es gibt auf YouTube Hunderte Videos zu halbstündigen bis anderthalbstündigen Morgenroutinen. Aber am Ende ist es ja nur: Was ist das, was du am Tag erledigen musst, was den größten Hebel hat — und wie kann ich die Zeit dazwischen möglichst reduzieren? Ich zwinge mich jeden Morgen, 20 Minuten nach dem Aufstehen auf dem Fahrrad zu sitzen und anzufangen zu arbeiten. Jeden Morgen denkt man sich: Ach, ist ja gerade noch ganz nett auf dem Sofa. Aber wenn man sich mental diesen Zwang setzt — Hey, 20 Minuten nach dem Aufstehen will ich auf dem Fahrrad sitzen und anfangen zu arbeiten — dann funktioniert es." Die beste Morgenroutine ist die kürzeste. Inszenierte Rituale sind Lifestyle-Marketing; operationale Gründer minimieren den Übergang.

Kais Erfolgsrezept: Neugier schlägt Routine

  1. 06·Kai

    „Keine krassen Beauty-Tipps" — Kai demontiert das Anti-Aging-Narrativ

    Kai auf die Frage „Wie schafft man es, in 20 Jahren so auszusehen wie du?": „Das weiß ich gar nicht, ob das was mit einer Morgenroutine zu tun hat. Ein ganz wichtiger Punkt ist, dass man Dingen positiv im Leben begegnet, dass man eine positive Grundeinstellung hat. Der Umgang mit jungen Leuten, jungen Themen — das hat viel mit dem Energielevel zu tun. Ich habe keine krassen Beauty-Tipps für euch." Der bestbezahlte Lifestyle-Tipp auf YouTube ist irgendeine 15-Schritt-Morgenroutine. Kais Antwort: Die Energie kommt nicht aus der Routine, sondern aus der Grundhaltung. Sich dem Neuen zu öffnen, statt sich ihm zu verschließen.

  2. 07·Kai

    Natürliche Neugier als Ressource, die nie versiegen darf

    Kai: „Es ist eine Frage der natürlichen Neugier — und das ist etwas, wo ich einfach hoffe, dass sie nie versiegen wird. Diese Offenheit zu haben: Was passiert um mich herum, was passiert in der Welt, was gibt es an neuen Trends, Themen, interessante Geschichten? Ich liebe es, Menschen zu treffen, ihre Geschichten zu hören — das kann im Alltag auf der Straße sein." Neugier ist keine Charaktereigenschaft, die man hat oder nicht hat — sie ist eine bewusst gepflegte Haltung. Wer sie aktiv pflegt, bleibt geistig jung. Wer sie nicht pflegt, wird irgendwann unbeweglich, auch wenn er körperlich noch fit ist.

  3. 08·Christian

    Wer sich neuen Dingen verschließt, verliert — auch mit 1 Mio Followern

    Christian zu Kai: „Was man an dir extrem sieht: Wieviel es bringt, sich bei allen neuen Themen nicht zu verschließen. Vor ein paar Jahren kam TikTok. Ganz viele Influencer wollten sich das nicht anschauen — weil sie schon 1 Million Abonnenten auf Instagram hatten und nicht das Schamgefühl haben wollten, bei TikTok nochmal bei 0 anzufangen und am Anfang scheiße zu sein." Genau dieses Schamgefühl ist der teuerste Fehler im Creator-Geschäft. Wer etwas zum ersten Mal macht, ist immer schlecht darin. Wer das nicht aushält, bleibt in der alten Welt — und stirbt dort mit ihr.

  4. 09·Christian

    AI ist der nächste TikTok-Moment — wer zu alt denkt, wird abgehängt

    „Wenn ihr euch verhaltet wie die meisten Leute in der deutschen Gesellschaft, dann werdet ihr einfach so schnell abgehängt.”

    Christian Wolf

    Christian: „Das wird in eurer Lebenszeit noch viel krasser kommen — jetzt das ganze Thema AI, da werden so viele Sachen passieren. Wenn ihr euch verhaltet wie die meisten Leute in der deutschen Gesellschaft, die sagen ‚Ach, das ist mir alles zu viel, und das ist eben komisch, und die ganzen jungen Leute tanzen ja nur auf TikTok' — dann werdet ihr so schnell abgehängt werden." Kai hat den TikTok-Moment anders entschieden — er hat sich geöffnet statt verschlossen. AI ist der gleiche Moment, nur auf einer höheren Eskalationsstufe. Wer „das ist was für die Jüngeren" denkt, hat in zwei Jahren nichts mehr zu sagen.

Kommunikation: WhatsApp statt E-Mail

  1. 10·Christian

    Christians zweieinhalb Jahre unopener Briefkasten — Inkasso-Story

    Christian: „In meiner Studienzeit habe ich zweieinhalb Jahre meinen Briefkasten nicht geöffnet. Ich bin einfach jeden Tag dran vorbeigelaufen, Gefühl dass ich es machen muss, aber nie gemacht habe. Bis irgendwann mein Vater das Ding mal aufgemacht hat und sich um die Inkasso-Sache gekümmert hat." Die Story ist nicht Kokettieren — sie ist Selbstkenntnis. Christian benennt offen: Er kann sich nicht zu administrativen Aufgaben zwingen, die ihm mental auf den Sack gehen. Die Lehre daraus ist nicht „Briefkasten öffnen", sondern: Wer sich selbst kennt, baut Strukturen, die seine Schwächen umgehen. Bei Christian heute: Nele filtert Mails, Vater managt Bank-Sachen.

  2. 11·Christian & Eric

    WhatsApp als Rank-Order-Inbox — E-Mail ist ausgelagert

    Christian: „Ich habe gar keine E-Mail — beziehungsweise es gibt kein E-Mail-Postfach, in das ich reinschaue. Dafür habe ich Nele, die das netterweise macht und das für mich vorarbeitet. Ich habe tatsächlich einfach nur WhatsApp. Das ist so ein automatisches Rank-Order-Prinzip: Du kommst rein, guckst ‚Brennt gerade irgendwas? Nee — okay, dann kannst du was anderes machen.'" Eric: „Ich hasse E-Mails. Ich gucke meine E-Mails zweimal in der Woche an." Die E-Mail ist als Kommunikationskanal für beide faktisch tot. WhatsApp hat sich als Operating-System für informelle Kommunikation durchgesetzt — weil es Priorität durch Threads, Tempo und Social-Kontext automatisch einbaut.

  3. 12·Christian

    „Nervt mich — schreibt noch mal" — Realität bei 50 Nachrichten pro Dreiviertelstunde

    Christian auf Kais Frage, wieviele WhatsApp-Nachrichten in 45 Minuten auf der Bühne auflaufen: „20 bis 50." Deswegen: „Wenn ihr innerhalb von 24 Stunden keine Antwort habt — bitte nervt mich einfach, geht mir auf den Keks, schreibt mir nochmal. Weil ansonsten ist es weg." Die Nachrichten-Flut hat Skalierungs-Grenzen. Statt Perfektion zu suggerieren („Ich antworte immer"), wird die reale Situation offen kommuniziert — und die Bring-Schuld aufs Nachhaken verlagert. Das ist die einzig ehrliche Policy für Menschen mit hoher Kommunikationslast.

  4. 13·Eric & Kai

    Sprachnachrichten max. 30 Sekunden — alles andere ist ein Podcast

    Kai: „Soll man euch schreiben oder Sprachnachrichten schicken?" Eric: „Schreiben. Sprachnachrichten bis 30 Sekunden sind okay — aber wenn ich das schon sehe, 3 Minuten, ey come on." Kai wirft ein: „3 Minuten Sprachnachricht ist ein Podcast — das muss man abhören." Sprachnachrichten jenseits von 30 Sekunden sind ein egoistisches Zeit-Offload von Sender zu Empfänger. Wer sie unreflektiert verschickt, signalisiert: Meine Zeit ist wertvoller als deine. Für professionelle Kommunikation ist das ein klarer Anti-Standard.

Wie Christian & Eric sich fanden

  1. 14·Eric & Christian

    Eric slidet in Christians DMs — mit 30 Dosen More-Nutrition-Beweisfoto

    Eric: „Ich habe den OMR-Podcast mit Philipp Westermeier aufgenommen und habe erzählt, dass ich fit werden will — ich hatte 10 Jahre keinen Sport gemacht. Christian hat das gehört und ist in meine DMs geslidet." Christian: „Ich habe ihm ein Beweisbild geschickt mit 30 Dosen von unserem Proteinpulver." Die Initialzündung zu ihrer Freundschaft war ein Kaltstart über Social-Media-DMs mit einem konkreten Proof — nicht ein Gründer-Event, nicht ein Intro von Dritten. Die Zeit des „man kennt sich schon irgendwie" ist vorbei; Peer-to-Peer-Kontakte entstehen heute über direkte DM + einen konkreten Anknüpfungspunkt.

  2. 15·Christian

    70%-Rate: Wer Menschen unaufgefordert anschreibt, bekommt meistens zurück

    Christian: „Eine Lektion, die ich über die letzten anderthalb Jahre gelernt habe: Sich viel öfter trauen auf Leute zuzugehen. Man hat oft das Gefühl, Dinge müssten automatisch entstehen oder die andere Person würde schon was sagen. Ich habe mich in den letzten anderthalb Jahren viel öfter getraut, wenn ich Leute cool finde, einfach dem mal zu schreiben — dass ich das cool fand. Ich hätte nie erwartet, dass in 70% der Fälle dann zurückkommt: ‚Hey krass, ich finde das auch cool, was du machst. Lass mal treffen.'" Die kognitive Verzerrung „Die andere Person denkt wahrscheinlich X" ist der größte Freundschafts-Stopper im Business-Kontext. In 70% der Fälle ist die Befürchtung falsch — und das anzuerkennen ist eine kostenlose Lebens-Qualitäts-Steigerung.

  3. 16·Christian & Eric

    Mallorca-Abendessen bis 02:00 Uhr — mit 04:00-Uhr-Flug am nächsten Morgen

    Christian: „Das erste Treffen war Mallorca — ich war in einem Athletenhaus. Wir hatten eigentlich gar keine Zeit, es war der letzte Abend. Wir haben uns zum Essen getroffen, aber es ging dann bis 02:00 Uhr nachts." Eric: „Und normalerweise bin ich schon um 09:30 Uhr im Bett." Christian: „Ich musste am nächsten Morgen um 04:00 Uhr zum Flughafen — aber das war einfach echt cool." Die Signale, die zählen: Wenn zwei notorisch disziplinierte Menschen bewusst ihre Routinen sprengen für einen gemeinsamen Abend, ist das ein Beweis-Signal für echte Resonanz. Nicht jedes Netzwerken ist Freundschaft — aber wenn zwei Leute bereit sind, für einander operationalen Preis zu zahlen, ist es mehr als Networking.

Wie ein Podcast aus Zeitnot entsteht

  1. 17·Christian

    Der Podcast entstand, weil sie sonst keine Zeit miteinander gehabt hätten

    Christian: „Wir wussten von Anfang an: Wenn wir jetzt nicht zusammen arbeiten, werden wir keine Zeit verbringen, weil wir nur Zeit mit Menschen verbringen, mit denen wir arbeiten. Dann heißt es: Man muss einen Vorwand haben. Lass uns einen Podcast machen." Der Beyond Business Cast ist keine Content-Strategie — er ist ein Freundschafts-Vehikel. Das erklärt den Ton und die Tiefe: Die beiden reden so, wie sie ohnehin zu zweit reden würden. Das kostet in der Podcast-Landschaft nichts, aber es ist für Zuhörer sofort spürbar, ob ein Podcast aus Strategie oder aus Freundschaft entsteht.

  2. 18·Christian

    Ehrliches Netzwerken vs. Maximierungs-Netzwerken — der Bauchgefühl-Test

    Christian: „Im Creator-Bereich lernst du viele große Creator kennen, wo du merkst: Die netzwerken, aber nicht ehrlich. Du merkst aus jeder Interaktion, dass die Person irgendwas maximieren will. Dann kriegst du auch ein gutes Gefühl dafür, wer Menschen sind, die wirklich Bock auf Menschen haben." Die Unterscheidung fällt nicht rational, sondern im ersten Gefühl — ob die andere Person fragt, weil sie dich mag, oder weil sie etwas aus der Interaktion rausholen will. Wer gelernt hat, diesen Unterschied zu lesen, spart sich hunderte Stunden in suboptimalen Business-Beziehungen.

Das „Wir-haben-es-geschafft"-Klischee

  1. 19·Eric & Christian

    Nicht der Milliarden-Gruß — sondern Peniswitze beim Abendessen

    Kai: „Ist das so, dass ihr sagt: Jo Bro, wir haben es geschafft, wir sind in so einem bestimmten Club?" Eric: „Nee, auf gar keinen Fall. Das ist auf einer rein menschlichen Ebene — das wäre ja komplett weird." Christian: „Es ist das Gegenteil. Es ist viel cooler, dann zu merken, dass beide Peniswitze machen." Das Image vom „Gründer-Club" ist Fremdzuschreibung — für die Beteiligten ist es das Gegenteil der relevanten Bewertungsachse. Was Nähe erzeugt, ist Entspannung und Unernst, nicht der gemeinsame Status. Wer einen Gründer trifft und Bewunderung spiegelt, erzeugt Distanz. Wer ehrlich ist und auch mal einen dummen Witz macht, kommt näher.

  2. 20·Christian

    MMA-Analogie: Die besten Kämpfer sind die am wenigsten aggressiven

    „Die besten Kämpfer sind die, die am wenigsten aggressiv sind — weil sie niemandem etwas beweisen müssen.”

    Christian Wolf

    Christian: „Wenn du dir den MMA-Bereich anschaust — Kämpfer — dann sind die besten Kämpfer oftmals die, die am wenigsten aggressiv sind, weil sie niemandem etwas beweisen müssen. So verhält sich das auch hier: In diesem Mittelfeld in Anführungszeichen hast du ganz viele Leute, die was vorspielen, was sie nicht sind und sich über-erhöhen müssen. Dann ist es halt angenehm, Leute zu haben, die am Abendessen sitzen und Peniswitze machen, weil irgendwie alles egal ist und man nichts vorspielen muss." Das Signal fürs Bewerten neuer Kontakte: Wer überkompensiert, muss noch was beweisen. Wer ruhig ist, hat es in der Sache zu etwas gebracht. Die Analogie gilt für Sport, Business, Social Media.

Kindheitsträume

  1. 21·Eric & Kai

    Kai + Eric wollten beide Müllmann werden — Cowboy der Straße

    Eric spontan auf Kais Frage: „Müllmann." Kai sofort: „Ich auch, wirklich." Beide hatten den gleichen Kindheitstraum, beide aus ähnlicher Motivation: Nicht das Müllauto an sich (auch wenn die Technik cool war), sondern hinten auf der Pritsche stehen, sich lässig mit einer Hand festhalten, und so mit dem Auto durch die Straßen fahren. „Cowboy der Straße", wie Eric es formuliert. Diese spezifische Identifikation — nicht der Beruf als solcher, sondern eine ganz bestimmte Körper-Szene darin — ist prägend. Das zeigt: Kindheitsträume sind selten rationale Berufswünsche. Sie sind ästhetische Imprints eines Moments.

  2. 22·Christian

    Christians Kindheitstraum: Manager — weil Papa Manager war

    Christian: „Ich habe immer in — die erste Erinnerung, wo man sich Gedanken macht, sind diese Freundesbücher. Da habe ich immer Manager oder Geschäftsführer reingeschrieben, weil ich wollte das werden, was Papa ist. Damals wusste ich nicht, mit wieviel Verantwortung das kommt. Jetzt bin ich froh, dass ich es nicht bin. Ich hatte einen Papa, der vorgelebt hat, dass er viel tun muss — und ich fand das immer cool. Wenn Papa im Urlaub in Konferenzen musste, habe ich nie gedacht ‚Papa hat jetzt keine Zeit für mich', sondern: Papa ist wichtig, Papa wird gebraucht. Und dann wollte ich das auch machen." Vorbilder prägen Berufsträume stärker als Interessen. Christians heutige Karriere ist das direkte Nachbauen des Vater-Modells — und die emotionale Prägung dahinter ist, dass „gebraucht werden" positiv konnotiert wurde, nicht negativ.

Talente & der Gaming-Weg

  1. 23·Eric

    Eric: Schiffsmechaniker-Ausbildung > BWL-Studium für Unternehmertum

    „Ich habe auf dem Schiff mehr gelernt fürs Unternehmertum, als im BWL-Studium.”

    Eric Demuth

    Eric: „Ich wollte Kapitän werden, bin zur See gefahren, habe zweieinhalb Jahre Schiffsmechaniker gelernt, bevor ich dann BWL studiert habe. Ich habe da auf dem Schiff mehr gelernt fürs Unternehmertum, als ich nachher im BWL-Studium gelernt habe — so traurig wie es ist." Kai: „Vor allem Teamwork, wahrscheinlich?" Eric: „Ja, und Problemlösen. Wirklich praxisnah. Ich kann das jedem empfehlen — einen richtigen Beruf zu lernen, egal was du nachher machst. Es erdet auch." Eine praktische Ausbildung vor dem Studium ist kein Karriere-Umweg — sie ist oft die wertvollere Lern-Erfahrung, weil sie reale Zwänge, Teams unter Druck und konkretes Problemlösen vermittelt, was kein BWL-Seminar leisten kann.

  2. 24·Christian

    Gaming als autodidaktische Schule für Design, Web, Photoshop

    Christian: „Ich habe lange Zeit gezockt, darin war ich relativ gut — aber nicht gut genug um international mitzuhalten. Bei mir hat das Zocken sehr geholfen, viele Dinge anzufangen. Wenn du einen Clan organisierst, musst du Webseiten bauen, Photoshop benutzen. Ich habe mit 11-12 angefangen, Logo-Design-YouTube-Tutorials anzuschauen, um Clan-Logos zu machen. Das hat mir glaube ich relativ viel gebracht." Gaming ist kein verlorener Skill — der Weg, mit 11 Jahren autodidaktisch Tools zu lernen, um für den eigenen Clan Assets zu bauen, ist ein Business-Lehrplan in verkleideter Form. Viele der besten Creator und Gründer haben genau diesen Weg hinter sich.

  3. 25·Christian

    Uni Mannheim vs. Instagram-Realität — Christians depressive Phase

    Christian: „Nach der Zeit habe ich mich sehr verloren gefühlt, weil in diesem normalen System aus Schule, Studium, auswendig lernen, wiedergeben — du sitzt in Uni Mannheim, Elite-Uni, und lernst Fluktuationsmatrizen im Marketing auswendig, während die Welt sich eigentlich schon auf Instagram abspielt. Das war ehrlicherweise eine sehr traurige und fast depressive Phase in meinem Leben, weil ich dachte: Okay, das wird nie was, wenn ich das über 10 Jahre machen muss." Das formale Bildungssystem und die reale Wertschöpfung haben sich für digitale Geschäftsmodelle entkoppelt. Wer das früh wahrnimmt, aber noch im System hängt, erlebt eine echte Sinnkrise — die nicht Charakter-Schwäche ist, sondern ehrliche Wahrnehmung einer strukturellen Diskrepanz.

Die erste Million

  1. 26·Eric

    Eric: Der 911er — Klischee, aber ehrlich. Gekauft, nicht geleast.

    Eric auf die Frage, was er sich mit der ersten Million gekauft hat: „Ich hasse Klischees, ich hasse es, in Schubladen gesteckt zu werden. In dem Fall habe ich eine Klischee-Antwort, weil ich habe mir damals so ein bisschen diesen Jugend-Jungs-Traum erfüllt — ich habe einen 911er gekauft. Den habe ich auch noch. Ansonsten nichts — das war einfach so das Ding, das brauchte ich für mich, das fand ich einfach total toll. Meine Frage nach dem Otto — und das war's." Kai: „Gekauft oder geleast?" Eric: „Gekauft. Ja — also bis eben war es noch sympathisch." Die ehrliche Klischee-Erfüllung ist souveräner als das inszenierte „Ich lebe bewusst bescheiden"-Narrativ. Wenn der Kindheitstraum der 911er war, ist es in Ordnung, ihn sich zu erfüllen — und offen zu benennen.

  2. 27·Christian

    Christian: Erste Million gar nicht mitbekommen — kein Konto-Zugriff

    Christian: „Ich habe den Zeitpunkt gar nicht mitbekommen, weil ich bis heute gar keinen Konto-Zugriff habe. Ich habe keine Ahnung, wie ich in mein Online-Banking reinkommen würde. Ich habe nicht mal eine Banking-App auf dem Handy." Kai: „Heißt, du kriegst nach wie vor Taschengeld?" Christian: „Es passiert tatsächlich, dass meine Kreditkarte ausgereizt ist. Dann muss ich Papa anrufen und fragen, was die PIN von der anderen Karte war, weil ich mir das nicht aufschreiben will — ich habe gar keinen mentalen Space, mich mit sowas zu befassen." Radikale Auslagerung von Verwaltungsaufgaben an Vertrauenspersonen ist nicht Infantilität — sie ist konsequente Allokation der eigenen Aufmerksamkeit auf das, wo der Hebel liegt.

  3. 28·Christian

    Christians erster großer Kauf: Mercedes C 45 AMG grau matt — Drogendealer-Style

    Christian: „Das Erste, was ich mir gekauft habe, wo man sich damals Gedanken gemacht hat, ob man das machen kann — war auch ein Auto. Der alte Mercedes C 45 AMG. In Mannheim sind abends diese Autos rumgefahren, die richtig laut hinten raus crackeln. Ich bin dann gefahren wie ein Verrückter. Matt grau — sah aus wie ein Drogendealer-Auto. Den Stil liebe ich bis heute." Die erste große Selbst-Belohnung war nicht Status — sondern ästhetische Identifikation mit einer sehr spezifischen Subkultur. Die Ehrlichkeit darüber, welche Geschmäcker einen prägen, ist selbstsicherer als eine korrekt-generische Entscheidung.

Hobbies als Unternehmer

  1. 29·Eric

    Eric: Computer-Spielen + Tennis — Arbeit ist sowieso das eigentliche Hobby

    Eric: „Ich bin Computerspielkind — das ist meine Sache abends, den Kopf freizubekommen. Früher kompetitiver, heute RPGs. Ansonsten habe ich wieder angefangen Tennis zu spielen, tut mir sehr gut. Aber meine Arbeit macht mir Spaß — das ist quasi mein Hobby. Ich habe dieses Hobby-Begriff-Ding nicht, weil meine Arbeit so eng mit mir verknüpft ist, dass Privates und Berufliches verschmolzen sind." Das klassische Hobby-Modell (getrennt von Arbeit, zum Ausgleich) funktioniert für hochaktive Gründer nicht. Statt das als Defizit zu sehen, ist es wertvoller, die Integration als bewusste Lebensform zu benennen — und gleichzeitig ein paar ausgleichende Mini-Hobbys zu haben.

  2. 30·Christian

    Christian: 5-20 Personen unter einem Dach, Abend mit 8 Freunden essen

    Christian: „Mein größtes Hobby: Essen gehen. Ich habe ein relativ anderes Lebenskonzept — meistens lebe ich mit 5 bis 20 Personen unter einem Dach. Ich liebe es dann, abends alle mitzunehmen und zu sagen ‚Wir gehen in irgendein Restaurant, setzen uns an einen Tisch, riesen Vorspeise drauf.' So ein bisschen wie bessere Natur — Eric weiß, wieviel ich bestelle. Mein größtes Hobby außerhalb der Arbeit, wo ich wirklich runterkomme." Die Logistik eines Abendessens mit 8 Freunden ersetzt für Christian das klassische Hobby-Ritual — weil sie Qualität, Menschen und Entspannung gleichzeitig kombiniert.

  3. 31·Christian

    Christian verbietet sich PC-Gaming — weil er weiß, er würde es zu ernst nehmen

    Christian: „Ich muss mich immer davon abhalten, mir nochmal einen PC zu kaufen, weil ich weiß: Wenn ich das nochmal machen würde, würde ich es viel zu ernst nehmen, und dann würde alles andere in meinem Leben zusammenkrachen. Deswegen habe ich es mir verboten. Ich kann keinen PC haben." Selbstkenntnis bedeutet, die Aktivitäten zu vermeiden, in die man obsessiv abrutscht — auch wenn sie an sich harmlos sind. Ein Verzicht aus Selbsterkenntnis ist kein moralisches Urteil, sondern ein Respekt vor der eigenen Psyche.

Wofür würdet ihr den anderen einstellen?

  1. 32·Eric

    Eric: Chris ist in Deutschland eine der Top-Personen für Content + Community

    Eric auf die Frage, wofür er Christian einstellen würde: „Definitiv nicht in irgendeiner Form was mit Finanzen oder Operations oder Accounting — das ist schon mal klar. Chris ist eine der besten Personen in ganz Deutschland, wenn es um Content und Kreatives geht — jegliche Art von Content und Community-Aufbau. Das ist der Gewinn bei ihm." Die klare Rollen-Zuweisung zeigt, wie gut die beiden sich kennen — Christians Zone ist das breite Top-Of-Funnel-Erzählen, nicht die operationale Exzellenz. Und die größte Stärke eines Gründers ist, zu wissen, wo seine Stärke aufhört.

  2. 33·Christian

    Christians Hypothese: Firmen ohne personales Gesicht werden aussterben

    Christian: „Eine Hypothese für Firmen in Zukunft: Viele werden aussterben, wenn die Firma nicht natürlich von einer Person vertreten wird. Wenn irgendwas mit einer Marke passiert — wie cool ist es, wenn jemand sich hinstellt und sagt: Hey, hier haben wir was falsch gemacht, das war unser Gedankengang. Denn Menschen machen Fehler, Unternehmen machen Fehler — aber oftmals ist die Wahrheit dahinter eine andere, als was die Medienwelt daraus macht. Dann kann man sagen: Das waren meine Intentionen, das ist blöd gelaufen, so gehen wir in die Zukunft." Die Personalisierung von Marken ist kein optionaler Trend — sie wird in Zukunft der Unterschied zwischen überleben und sterben sein. Wer sich jetzt schon mit Gesicht vor die Firma stellt, ist krisenfester.

  3. 34·Christian & Eric

    Christian: Eric als Expansion Manager — der Sirup-Dinner-Beweis

    Christian: „Erik ist genial darin, sich mit ganz vielen Menschen zu connecten und das ehrlich zu machen. Du könntest ihn als Expansions-Manager einsetzen. Es gäbe niemanden, der — auf jedem Dinner, wo wir sind, hat er überall Sirup dabei und drückt jedem Sirup: Ihr müsst das testen, weil ich nutze das die ganze Zeit." Eric: „Ich habe vorgestern Boris Becker genötigt." Authentischer Enthusiasmus für ein Produkt ist unbezahlbar im Networking. Eric macht für seinen Sirup-Hersteller mehr Expansion-Arbeit in einem Abendessen mit Boris Becker als ein Marketing-Team in einer Woche — weil der Empfehlungs-Anker genuine ist.

Marketing-Kontraste: Bitpanda vs. More

  1. 35·Eric

    Bitpanda-Strategie: Premium-Partner nur voll — halbe Sachen = Geldverbrennung

    „Entweder du machst es richtig und ziehst es voll durch — oder du machst was anderes. Halbe Sachen sind Geldverbrennung.”

    Eric Demuth

    Eric: „Wir haben zum Beispiel jetzt im Tennisbereich Alexander Zverev, und heute kommt gerade raus, dieses Jahr die Hamburg Open sind die Bitpanda Hamburg Open — da werden wir Titelsponsor. Wir sagen einfach: Wir haben Fußball, Tennis, NFL — und da setzen wir uns voll rein, aber nicht so ein bisschen. Wir haben damals einen Fehler gemacht 2021 — eine Plakatwerbung in Spanien. Das war die größte Geldverbrennung, die es gab. Entweder du machst es richtig und ziehst es voll durch, oder du machst was anderes. Halbe Sachen sind einfach nur Geldverbrennung." Marketing-Commitment ist binär: Entweder genug Touchpoints um wirklich Erinnerung zu bauen, oder null. Dazwischen ist verbranntes Geld mit dem Alibi eines Versuchs.

  2. 36·Christian

    More-Strategie: 20 Touchpoints pro Kunde, weil Verhaltensänderung komplex ist

    Christian: „Wenn More quasi Fettverlust und Muskelaufbau macht, hast du typischerweise den Zyklus: Januar fangen viele an, Ende Januar ist das Thema schon wieder vorbei. Wir haben es geschafft, dass die Leute, die im Januar dazukommen, auch das Jahr über bleiben — weil wir schaffen, dass sie ihre Routinen verändern und Ergebnisse kriegen. Aber weil wir erklären müssen, wie Verhaltensänderung funktioniert — nicht nur wie man Shakes anbaut — ist das schwer über Plakat-Werbung zu machen. Wenn wir nicht 20 Touchpoints haben, wird das sehr schwierig." Die Marketing-Strategie folgt dem Produkt-Zyklus: Wer ein erklärungsintensives Produkt verkauft, braucht Breite und Tiefe in der Kommunikation. Wer ein schnell-verständliches Produkt hat, kann mit Premium-Plakaten arbeiten. Falsche Strategie am falschen Produkt = Geldverbrennung.

Rat an Gründer ohne Kapital

  1. 37·Eric

    Erics Rat: Erst im Friends-and-Family-Umfeld Proof holen

    Eric: „Du brauchst in den meisten Fällen gar nicht so viel Geld. Am besten im kleinen Rahmen selbst machen, immer erst den Proof holen, ob dein Produkt im kleinen Rahmen, im Friends-and-Family-Umfeld, überhaupt funktioniert — ob die das in einem ganz kleinen Rahmen kaufen würden. Man macht oft den Fehler, man verdenkt die ganze Aktion, muss sie irgendwie so groß machen. Austesten, austesten, austesten — und wenn ich weiß, es funktioniert, dann kann ich das Ganze größer machen und finde schnell Investoren. Auf dem Papier wird das Ganze nichts gelöst." Das ist die pragmatische Gegen-Antwort auf die „Ich brauche 500K Seed"-Denke junger Gründer. Der teuerste Fehler ist, zu groß zu starten, bevor man den Produkt-Markt-Fit überhaupt lokal validiert hat.

  2. 38·Christian

    Pick'Em-Zahnstocher: Einfache Idee + geniale Execution + Ryan-Reynolds-Deal

    Christian: „Schau die Jungs an, die hier gestern Ryan Reynolds die Zahnstocher gegeben haben — die Jungs von Pick'Em. Ich habe die vor einem Dreivierteljahr getroffen. Sie machen Zahnstocher mit Geschmack. Das ist erstmal nichts, wo du sagen würdest ‚Oh mein Gott'." Kai: „Aber eine simple Idee, wo man sagt: Dass da noch keiner drauf gekommen ist." Christian: „Sie haben das Execution-mäßig unglaublich gut gemacht. Super schlaue Jungs, geiles Marketing, dann sich um die Geschmäcker gekümmert. Ich habe vor einem Dreivierteljahr direkt bei denen investiert, weil ich die Person so cool fand und weil sie es gut gemacht haben." Ideen sind Commodities. Execution macht den Unterschied — und Execution ist lernbar und überprüfbar im ersten Meeting.

  3. 39·Christian

    „80% der Firmen sind kacke in dem was sie machen"

    „80% der Menschen sind kacke in dem, was sie machen — und das gilt auch für Firmen.”

    Christian Wolf

    Christian: „Es ist relativ einfach, irgendein Produkt zu nehmen und besser zu machen, weil 80% der Menschen sind kacke in dem, was sie machen — und das gilt auch für Firmen." Die Aussage wirkt arrogant, ist aber empirisch fundiert. In jedem Markt ist der Median der Ausführung bestenfalls mittelmäßig. Wer konsequent die obersten 20% der Execution-Qualität liefert, outperformt mit Sicherheit. Es braucht keine radikale Innovation — nur radikale Sorgfalt bei dem, was ohnehin jeder macht.

Kais OMR-Learnings

  1. 40·Kai

    Jean-Pierre Krämer: „Verlässliches Produkt zu gutem Preis = beste Werbung"

    Kai: „Ich habe eines gelernt auf dem OMR Festival dieses Jahr. Manchmal ist es wichtig, erstmal die Marke zu kreieren und dann kommt das Produkt — also eine starke Marke aufzubauen und sagen: Das Produkt kommt auch irgendwann. Und das andere — hat Jean-Pierre Krämer gestern gesagt: Ein verlässliches Produkt zu einem guten Preis, gute Qualität zu einem guten Preis, ist die beste Werbung, die du für dich selber machen kannst. Weil der Kunde garantiert zurückkommt, es weiterempfiehlt und dementsprechend für dich die Werbung macht, die du dir vielleicht im Moment noch nicht leisten kannst." Kai fasst zwei scheinbar widersprüchliche Wahrheiten zusammen: Marke vor Produkt (für Positionierung) UND Produkt trägt Marke (für Wiederkäufer). Beide stimmen — der Trick ist, die richtige Phase zu erkennen.

  2. 41·Kai

    Marke vor Produkt vs. Produkt trägt Marke — beides stimmt je nach Phase

    Die zwei Lehren des OMR — „Marke zuerst aufbauen, Produkt kommt danach" UND „Verlässliches Produkt ist die beste Werbung" — sind nicht Widersprüche, sondern Phasenmodelle. In Phase 1 (Launch, Awareness) baut Marke den Zugang zu einem unbekannten Produkt. In Phase 2 (Skalierung, Retention) trägt das Produkt die Marke — wenn das Produkt nicht hält, was die Marke versprochen hat, stirbt alles. Wer beide Phasen ehrlich durchläuft, hat eine nachhaltige Firma. Wer nur Phase 1 macht, produziert eine Hype-Marke. Wer Phase 1 überspringt, findet keinen Kunden zum ersten Mal.

    Siehe auch: 40

Offenheit schlägt Strategie. Wer sich neuen Dingen verschließt — egal ob TikTok, AI oder einem Tag bei der Müllabfuhr — wird in der Welt von morgen nicht mehr vorkommen.

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