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047·21. Januar 2026·38 Min

Wird Trump Grönland angreifen? Die Lügen der US-Ernährungspyramide & unbekannte KI News

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Worum es geht

Ab sofort gibt es neben der regulären Beyond Business Cast Folge ein neues Format: Beyond Business Cast News. Wöchentlich sprechen Eric Demuth und Christian Wolf über die wichtigsten Themen der Woche - kurz, relevant und mit klarer Haltung.

In der ersten Folge geht es unter anderem um Trump und Grönland, die Dynamik zwischen Supermächten, eine neue Ernährungspyramide in den USA sowie aktuelle Entwicklungen in der KI-Welt - von Claude Cowork bis zu Robotern. Zum Abschluss werfen sie einen Blick auf Starlink und die Frage, warum Infrastruktur wieder zum Machtfaktor wird.

Learnings

Was du mitnehmen kannst.

27 Gedanken · 7 Kapitel

Trump, Grönland und die strategische Rohstoff-Logik

  1. 01·Eric

    Die GIUK-Lücke ist der strategische Korridor — Grönland ist nicht Caprice, sondern Nato-Geographie

    Die militärische Logik hinter Trumps Grönland-Obsession: Der sogenannte GIUK-Korridor (Greenland, Iceland, United Kingdom) ist die maritime Verbindung, durch die russische U-Boote und Flotten aus dem Nordmeer in den Atlantik gelangen. Wer Grönland kontrolliert, schließt diese Lücke praktisch ab. Das ist keine neue Erkenntnis — die NATO plant danach seit Jahrzehnten. Neu ist nur, dass die USA diese Geographie jetzt öffentlich als Kaufargument benutzt statt sie diskret über Militärbasen zu sichern.

  2. 02·Eric

    Schon 1946 bot die USA Dänemark 100 Millionen Dollar für Grönland — das Thema ist 80 Jahre alt

    Die historische Kontinuität wird oft übersehen: Präsident Truman bot Dänemark 1946 rund 100 Millionen Dollar für Grönland an. Die Ablehnung damals bedeutete nicht das Ende der strategischen Überlegung. Die jetzige Trump-Variante ist also keine erratische Idee — es ist eine 80 Jahre alte US-Ambition, nur mit anderer Rhetorik und Social-Media-Reichweite. Wer die Entwicklung historisch einordnet, erkennt das Muster: Große Territorialfragen dauern Generationen, und der Moment, in dem sie entschieden werden, ist oft Zufallsergebnis der passenden Präsidentschaft.

  3. 03·Eric

    36 Millionen Tonnen Seltene Erden plus Uran, Öl, Gas — durch den Klimawandel wird Grönland erst jetzt wirtschaftlich erschließbar

    Die Rohstoff-Dimension: Grönland enthält schätzungsweise 36 Millionen Tonnen Seltene Erden (unverzichtbar für Chips, Batterien, Rüstung), zusätzlich Uran, Öl, Gas. Der entscheidende Faktor 2026 ist aber der Klimawandel — zurückgehendes Eis macht Lagerstätten erstmals zugänglich, die zuvor unerreichbar waren. Plus technologische Fortschritte im Offshore-Mining. Dadurch wird ein Land, das geopolitisch immer wertvoll war, jetzt erst wirtschaftlich verwertbar. Das erklärt das Timing der US-Initiative — nicht früher, nicht später.

  4. 04·Christian

    "100.000 Dollar pro Einwohner" wäre wirtschaftlich ein Schnäppchen — selbst mit 2-3 Millionen pro Kopf

    Bei rund 57.000 Einwohnern wäre ein Kaufangebot über 100.000 Dollar pro Person ein Gesamtvolumen von 5,7 Milliarden Dollar. Selbst 2-3 Millionen pro Einwohner (170 Mrd Gesamtvolumen) wären für die USA gerechtfertigt, wenn die Rohstoff-Erträge realisiert werden. Der juristisch problematische Punkt ist aber nicht der Preis — es ist die Präzedenz, dass eine Großmacht einer Bevölkerung direkt ein Kaufangebot macht und damit die Hoheitsregierung umgeht. Das ist die eigentliche diplomatische Bombe, nicht die Zahl.

Die neue Weltordnung der Supermächte

  1. 05·Christian

    Die Supermachtfrage lautet: USA, China, Russland oder Indien — Europa muss wählen, wen es akzeptieren will

    Christians strategische Kernfrage: In den nächsten 5-10 Jahren wird eine Vormacht den globalen Rahmen setzen. Die realistischen Kandidaten sind USA, China, Russland, Indien — Europa gehört strukturell nicht dazu, weil es nicht geschlossen agiert. Die nüchterne Konsequenz: Europa muss sich entscheiden, unter welcher Supermacht es leben möchte, statt weiter zu tun, als hätte es noch eine eigenständige Option. Diese Einsicht ist schmerzhaft, aber die Grundlage jeder realistischen Außenpolitik.

  2. 06·Christian

    Die USA übernehmen nicht Länder — sie installieren Einflussnetzwerke: Militärbasen, Handelsabkommen, passende Politiker

    Die neue US-Doktrin ist nicht Eroberung im klassischen Sinne. Venezuela bleibt Venezuela, Grönland bleibt vermutlich auch Grönland. Was sich ändert: verstärkte Militärpräsenz, Handelsabkommen mit Privilegien für US-Unternehmen, Unterstützung bestimmter politischer Akteure. Das ist dieselbe CIA-Einflusslogik der 1950er-1980er — nur offener betrieben, ohne das Versteckspiel früherer Regierungen. Das Grundmuster war nie anders, nur die PR-Schicht ist weg.

  3. 07·Eric

    China baut mit Huawei das komplette 4G-Netz in Afrika auf — Infrastruktur als Einflussinstrument

    Der chinesische Ansatz ist anders als der US-amerikanische: Während die USA militärische und politische Kanäle nutzt, baut China in Afrika und anderen Regionen die physische Infrastruktur — 4G-Netze durch Huawei, Häfen, Eisenbahnen, Rechenzentren. Das macht die Länder langfristig abhängig — nicht durch Militärpräsenz, sondern durch die Telekommunikations- und Logistik-Backbone, die jeden Tag in den Alltag eingreift. Infrastruktur ist subtileres aber belastbareres Einflussmittel als Militär.

  4. 08·Christian

    Deutsche Entwicklungshilfe ohne Return — die Millionen für Landwirtschaftsbelehrung in China waren grotesk

    Christians Anekdote aus erster Hand: Eine deutsche Behördenmitarbeiterin erzählte ihm, wie deutsche Delegationen nach China flogen, um Chinesen "deutsche Landwirtschaftsmethoden" beizubringen — während China technologisch bereits weit voraus war. 10 Begleitpersonen ohne Landwirtschaftsbezug nur fürs Pressefoto. Millionen für eine sinnfreie "Entwicklungshilfe" an das Land, das uns in Wirklichkeit überholt hatte. Wer als Staat wie ein Unternehmen denkt, würde solche Ausgaben einpreisen — man investiert, wenn ein Return zu erwarten ist. Europa hat das jahrzehntelang vergessen.

  5. 09·Eric

    Europa muss wieder egoistischer werden — geschlossenes Auftreten ist die Voraussetzung für strategische Relevanz

    Erics nüchterne Diagnose: Die Supermächte optimieren ihre Interessen, Europa versucht, es allen recht zu machen. 27 EU-Länder zanken untereinander, treten nicht geschlossen auf, Kompromisse statt Linien. Ergebnis: strategische Bedeutungslosigkeit. Egoismus ist hier nicht moralisch gemeint, sondern strategisch — wer nicht für eigene Interessen einsteht, wird für fremde instrumentalisiert. Die klassische deutsche und europäische Politik der "niemandem auf die Füße treten" ist in einer Welt von Machtmaximierern ein Rezept für Marginalisierung.

Die US-Ernährungspyramide — Marketing-Gag statt Reform

  1. 10·Christian

    Die Ernährungspyramide gab es seit 10 Jahren nicht mehr — Kritiker des neuen Designs haben nicht mal die alten Guidelines gelesen

    Der Dümmste Take-Away der Debatte: Viele Influencer sagten "die haben die Pyramide umgedreht". Falsch. Die klassische Pyramide war seit rund 10 Jahren durch das MyPlate-Modell ersetzt — ein Teller-Diagramm mit Vierteln für Obst, Vollkorn, Protein und Gemüse. Das MyPlate-Modell war für US-Verhältnisse eine solide, evidenzbasierte Grundlage. Wer nun die "neue Pyramide" als revolutionäre Reform feiert, hat die vorherigen Guidelines nie angeschaut. In Ernährungsdebatten ist Grundwissen erstaunlich selten — und wird trotzdem mit maximaler Lautstärke vorgetragen.

  2. 11·Christian

    Grafik und Text widersprechen sich — die umgedrehte Pyramide zeigt viele gesättigte Fettsäuren oben, der Begleittext restringiert sie

    Der innere Widerspruch der neuen US-Guidelines: Die visuelle Pyramide zeigt Produkte mit hohem Anteil gesättigter Fettsäuren (Butter, fettes Fleisch, Käse) in der größten Zone. Der Begleittext begrenzt aber Eier auf maximal 10 Prozent der Tagesenergie und empfiehlt generell gesättigte Fettsäuren zu reduzieren. Diese Inkonsistenz zeigt, dass die Grafik Marketing-Zweck verfolgt, nicht wissenschaftliche Kommunikation. LDL-Cholesterin ist kausaler Risikofaktor für Herzinfarkt — das ist kein Meinungsstreit, sondern Konsens. Wer das Gegenteil kommuniziert, verletzt die Sorgfaltspflicht.

  3. 12·Christian

    Die Pyramide wurde vom Teil der US-Regierung mitgestaltet, der American Meat and Dairy Industry Absatz pushen soll

    Der eigentliche Skandal: Die neue Pyramide entstand unter Mitwirkung einer Behörde, deren expliziter Auftrag es ist, den Absatz der amerikanischen Fleisch- und Milchindustrie zu steigern. Das ist keine Verschwörungstheorie — es ist öffentlich dokumentierte Struktur. Wer das Narrativ "endlich Anti-Industrie-Politik" glaubt, hat genau das Gegenteil nicht verstanden. Die neue Pyramide ist Pro-Industrie-Propaganda in Reform-Verkleidung. Ernährungs-Regulierung in den USA ist systematisch von Lobby-Interessen durchsetzt — und darin seit Jahrzehnten konstant.

  4. 13·Christian

    Der eine gute Punkt: Protein-Empfehlung steigt auf rund 1,6 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht

    Was tatsächlich ein Fortschritt ist: Die Protein-Empfehlung wurde substanziell angehoben auf ca. 1,6 g/kg Körpergewicht — das deckt sich mit der modernen Sportwissenschaft und ist höher als die bisher vorherrschende WHO-Empfehlung von 0,8 g/kg. Aber: Das gilt nur, wenn die Proteinquellen mager sind (Filet statt Rib-Eye, Hülsenfrüchte, Fisch). Wer die Erhöhung nutzt, um mehr fettes rotes Fleisch zu essen, bekommt Muskelvorteile und Herzinfarkt-Nachteile gleichzeitig. Das Protein-Ziel ist richtig, die Umsetzung bleibt individuell verantwortlich.

  5. 14·Christian

    In den USA scheitert Gesundheit nicht an Guidelines, sondern an Lebensmittelverfügbarkeit — 2-Kilogramm-Reese's-Packungen existieren

    Die strukturelle Realität der US-Ernährung: 40 Prozent adipös, 70 Prozent übergewichtig. Die Ursache ist nicht fehlendes Wissen — die Ursache ist, dass hyperpalatable Lebensmittel (Zucker, Fett, Salz kombiniert) extrem günstig und in absurden Packungsgrößen verfügbar sind. Niemand braucht eine 2-Kilogramm-Reese's-Packung. Neue Guidelines werden das nicht ändern. Die US-Gesundheitspolitik müsste am Lebensmittelangebot ansetzen — über Steuern, Größenbeschränkungen, Werbeverbote. Die jetzige Guideline-Reform ist ein symbolisches Manöver ohne Effekt auf die Ursache.

Claude Cowork und das neue Zeitalter der KI-Agenten

  1. 15·Eric

    Claude Cowork hat Zugriff auf den kompletten Desktop und arbeitet durch Ordner wie ein menschlicher Mitarbeiter

    Die Zäsur des Anthropic-Produkts: Du gibst Claude Cowork Zugriff auf deinen Mac, verweist auf einen Ordner mit Meeting Minutes, Screenshots, Dokumenten — und bekommst in Minuten eine fertige Präsentation. Was vorher ein Werkstudent drei Tage lang gemacht hätte, läuft in Sekunden. Das ist der erste wirklich agentische Endkunden-Modus: Nicht "frag den Chatbot nach einer Antwort", sondern "gib ihm Aufgaben, die er autonom auf deinem System erledigt". Das ist die Transformation vom Werkzeug zum Kollegen.

  2. 16·Eric

    Claude Cowork wurde laut Anthropic komplett per Vibe Coding mit Claude selbst gebaut — "Everything"

    Auf die Frage, wieviel des Cowork-Codes von Menschen geschrieben wurde, antworteten die Anthropic-Entwickler: "Everything" — wurde mit Claude Coding (Vibe Coding) erstellt. Die KI hat das Tool, das KI in die Endkunden-Welt bringt, selbst geschrieben. Das ist der Rekursions-Moment, auf den wir seit Jahren warten: Software, die neue Software baut, die wiederum neue Software baut. Die Skalierung solcher Systeme folgt nicht mehr menschlichen Arbeits-Rhythmen — sie folgt der Taktrate der Maschinen, die sie produzieren.

  3. 17·Christian

    OpenAI hat bei Agent-Integration gepennt — Manus (kurz vor Facebook-Übernahme) zeigte es besser

    Christians Benchmark: Als Manus vor der Facebook-Akquisition präsentiert wurde, konnte es bereits auf LinkedIn einloggen und Posts analysieren — mit Popup-Fenstern für Login-Aufforderungen. Genau dieser Workflow fehlt bei OpenAI bis heute für Endkunden. Die Agent-Welt hat sich in 12 Monaten verdichtet: Anthropic (Claude Cowork), Manus (jetzt Meta), und OpenAI hängt bei klassischem Chat fest. Im schnell skalierenden KI-Markt reicht ein verpasstes Jahr, um von Marktführer zu Mitläufer zu werden.

Der Kampf Apple vs. Google und die Gemini-Integration

  1. 18·Eric

    Apple entschied sich für Gemini statt OpenAI — Google hat sein KI-Comeback geschafft, das alle vor einem Jahr noch abgeschrieben hatten

    Die Nachricht der Woche: Apple integriert Google Gemini auf seinen Geräten — nicht OpenAI ChatGPT, nicht Microsofts Lösungen. Vor einem Jahr galt Google als der große KI-Verlierer, obwohl die Firma die grundlegenden Transformer-Paper publiziert hatte, auf denen ChatGPT aufbaut. Das Comeback durch Gemini ist einer der schnellsten Corporate-Turnarounds der jüngeren Tech-Geschichte. Die Lektion für Strategen: Strukturelle Überlegenheit (Rechen-Infrastruktur, Forschung, Talent) schlägt zeitweise PR-Führung fast immer.

  2. 19·Eric

    Siri war nie konkurrenzfähig — Apple musste extern lizensieren, weil interne KI-Entwicklung zurückhing

    Die Rahmenbedingung des Deals: Siri blieb über Jahre weit hinter den LLMs zurück — trotz Apples Ressourcen. Interne Versuche mit eigenen Modellen funktionierten nicht in der erforderlichen Qualität. Das zwang Apple zu einer strategisch ungewöhnlichen Entscheidung: Externe Abhängigkeit zum direkten Hardware-Konkurrenten Google. In der Produktphilosophie "wir machen alles selbst" ist das eine historische Wende. Wer das Rennen technologisch verliert, muss strategische Demut üben — auch wenn die Firmenphilosophie dagegen spricht.

Humanoide Roboter — Boston Dynamics, Tesla Optimus, und das nächste Interface

  1. 20·Eric

    Boston Dynamics Atlas bewegt sich flüssiger als jeder vorherige humanoide Roboter — und alle Gelenke drehen 360 Grad

    Das neue Atlas-Modell von Boston Dynamics (in Kooperation mit Google DeepMind) zeigt einen Qualitätssprung: rund 1,80 Meter groß, extrem flüssige Bewegungen, alle Gelenke drehen 360 Grad. In der Produktion muss der Roboter sich nicht umdrehen, um eine Kiste ins Regal zu stellen — er gibt sie einfach nach hinten. Die menschliche Anatomie wird für die Umgebung genutzt (unsere Welt ist für Menschen designed), aber überwunden, wo sie hinderlich ist. Das ist der erste ernsthafte Kandidat für Fließband-Ersatz.

  2. 21·Eric

    Humanoide Form aus zwei Gründen: Psychologische Akzeptanz und Kompatibilität mit der für Menschen gebauten Welt

    Die Designfrage: Warum humanoid statt 7 Arme oder Rad-Basis? Zwei Gründe. Erstens Psychologie — Menschen akzeptieren humanoide Formen leichter als alien aussehende Maschinen. Zweitens Infrastruktur — unsere Welt (Türen, Treppen, Werkzeuge, Möbel) ist für Menschen designed. Ein Roboter mit menschlicher Form kann ohne Anpassung der Umgebung arbeiten. Nicht-humanoide Formen kommen später, wenn Umgebungen von Grund auf für Roboter gebaut werden. Bis dahin ist Humanoid die ökonomisch rationalste Designentscheidung.

  3. 22·Eric

    Musk verspricht Optimus 2029 als besseren Chirurg als jeder Mensch — realistisch dauert es fünf Jahre länger

    Elon Musk's Prognose: Bis 2029 soll Tesla Optimus besser operieren können als jeder menschliche Chirurg. Die Eric'sche Heuristik: Bei Musk immer fünf Jahre draufrechnen — also eher 2034. Aber die Richtung stimmt. Telechirurgie läuft bereits heute (Da-Vinci-Methode bei Prostata-Eingriffen), humanoide Roboter können perspektivisch weltweit in OP-Sälen stehen, von Experten remote oder autonom gesteuert. Der globale Zugang zu exzellenter Chirurgie wird das größte Gesundheitsthema der 2030er — mehr als jede pharmazeutische Innovation.

  4. 23·Eric

    AI plus Robotics hat den größten Alltags-Effekt — der Haushaltsroboter kommt, die Pflege-Revolution ebenfalls

    Der Endpunkt der Entwicklung: Nicht Fabrik-Roboter, sondern Alltags-Roboter werden den sichtbarsten Eindruck hinterlassen. Spülmaschine einräumen, Wäsche waschen, Haushaltsführung. Und vor allem: Pflege — Hunderttausende ältere Menschen in Deutschland könnten mit Assistenz-Robotern länger zuhause bleiben. Das ist nicht fünf Jahre entfernt, aber zehn realistisch. Eric's Wachhunde in China (Roboterhunde mit Kameras, Sensoren, eigener Reaktion auf Geräusche) sind der Vorläufer — schon bald auf Privatgrundstücken in Europa.

Starlink — die erste nicht-staatliche globale Infrastruktur

  1. 24·Christian

    AirBaltic bietet Starlink-WLAN kostenlos ohne Login — 250 Down, 60 Up mitten in der Luft

    Christians persönliches Erlebnis: Auf einem Zubringerflug mit AirBaltic (einer Low-Cost-Airline, keine Premium-Carrier) gab es Starlink-WLAN kostenlos und ohne Anmeldung. Speedtest: 250 MBit/s Download, 60 MBit/s Upload — schneller als seine Heim-Internetverbindung in Zypern. Das ist Low-Cost-Luftfahrt 2026. Lufthansa hat nach einem LinkedIn-Post nachgezogen und führt Starlink für Miles&More-Mitglieder ein. Starlink wird damit für Vielflieger zum Standard-Touchpoint — der Wettbewerbsdruck auf klassisches Inflight-WLAN ist existenziell.

  2. 25·Eric

    Starlink als Backup-Leitung: Komplette Infrastruktur-Unabhängigkeit von staatlicher Telekom

    Erics Setup zeigt den Use Case: Gigabit-Glasfaser als Hauptleitung plus Starlink auf dem Dach als Backup. Bei Ausfällen der staatlichen Telekommunikations-Infrastruktur (Berlin-Stromausfälle, kritische Infrastruktur-Angriffe) bleibt die Konnektivität. Das ist die erste ernsthafte nicht-staatliche Alternative zur Grundversorgung seit Jahrzehnten. Für Unternehmer, Kritiker autoritärer Regierungen oder Aufenthalte in Krisenregionen wird Starlink vom Nice-to-have zur Standard-Ausrüstung.

  3. 26·Eric

    Im Iran werden Starlink-Terminals geschmuggelt, Russland jammt sie, Musk patcht das Jamming per Firmware — Infrastruktur wird geopolitisches Schlachtfeld

    Die geopolitische Realität 2026: Im Iran werden Starlink-Empfänger aktiv ins Land geschmuggelt, um die Bevölkerung bei staatlich abgeschaltetem Internet mit freier Kommunikation zu versorgen. Die iranische Regierung (vermutlich mit russischer Tech-Unterstützung) jammt die Signale. Starlink kontert mit Firmware-Updates. Ein permanentes Katz-und-Maus-Spiel. Eine Privatfirma (SpaceX) agiert damit als geopolitischer Akteur — mit größerem Einfluss auf die iranische Opposition als viele Regierungen. Die Macht der nicht-staatlichen Infrastruktur ist einer der prägendsten neuen Trends unserer Zeit.

  4. 27·Christian

    Eine Privatperson hat mehr geopolitische Macht durch Satelliten-Infrastruktur als viele Staaten

    Die schwierige Frage, die damit aufkommt: Musk kann Starlink-Dienste selektiv an- und abdrehen — wie im Ukraine-Konflikt gezeigt. Das ist strukturell mehr Macht, als jede einzelne Regierung über die Kommunikation in Krisenregionen hat. Christian: Ob das "gut" ist, lässt sich nur im Einzelfall beantworten. Aber der strukturelle Punkt bleibt: Wir leben erstmals in einer Welt, in der eine private Firma geopolitische Hebel hat, die früher nur Nationalstaaten zur Verfügung standen. Wie Demokratien damit umgehen, ist eine der zentralen Fragen der nächsten zehn Jahre.

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