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003·24. März 2025·59 Min

Bitpanda & More Nutrition Gründer: So würden wir heute gründen! #2

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Worum es geht

Eric und Christian solo über die Frage, die ihnen am häufigsten gestellt wird: „Wie würdet ihr heute gründen, wenn ihr bei null anfangen müsstet — ohne Netzwerk, ohne Kapital, ohne Reichweite?" Zwei Gründer von Firmen mit Milliardenbewertung erzählen, wie sie heute vorgehen würden: Welche Bereiche, welche Zielgruppen, welche Plattformen, welche Fehler sie vermeiden würden. Keine Rocket Science — die Mechanik ist einfach. Der Unterschied entscheidet sich in der Execution, in der Hartnäckigkeit, in der Bereitschaft, den Perfektionismus zu töten und mit einem peinlichen ersten Produkt auf den Markt zu gehen.

Die zentrale These der Folge: Ideen sind Commodities. Execution ist das eigentliche Kapital. Eric: „Du kannst die beste Idee der Welt haben und ein mittelmäßiges Team — es wird nichts. Umgekehrt: Mittelmäßige Idee, eine geklaute Idee oder eine kopierte Idee — aber ein Top-Team, und Execution, Execution, Execution — dann kriegt ihr was gebacken. Wie bei Immobilien ‚Lage, Lage, Lage' — bei uns ist es ‚Execution, Execution, Execution'." Das wird am Rocket-Internet-Beispiel konkret: Anfangs haben beide die Samba-Brüder als Copycats belächelt — heute haben beide massiven Respekt, weil die Rocket-Brüder genau das Prinzip perfektioniert haben: Nimm eine existierende US-Idee, führe sie besser in Europa ein, und die Execution entscheidet.

Dazwischen die operativen Konzepte: Den Schmerz finden statt Passion (Christians Ernährungs-Journey — vom übergewichtigen Sport-im-Bettkasten-versteckenden-Kind zum Abnehm-Coach). Den Nischen-Einstieg mit Female Protect (Christians erstes erfolgreiches Produkt — ein spitzes Produkt für Frauen nach Hardcore-Diäten, das sein Mitgründer am liebsten nicht gelauncht hätte). Die Consumer-Centric-Lehre von Amazon — Convenience als ultimativer USP. Die Perfektionismus-Killer: Eric's Button-Story (4 Formen × 7 Farben lange Diskussion um ästhetische Details, die niemanden interessiert haben) und der berühmte Reid-Hoffman-Spruch „If you're not embarrassed by the first version of your product, you've launched too late". Plus: AI als Game-Changer der nächsten 10 Jahre — nicht als AI-Company gründen, sondern existierende boring Industries mit AI-Tools besser machen. Und warum man heute in Europa vielleicht nicht mehr gründet, wenn man global spielen will.

Learnings

Was du mitnehmen kannst.

41 Gedanken · 12 Kapitel

Passion, Skill, Schmerz

  1. 01·Christian

    „Follow your Passion" sagen erfolgreiche Leute erst NACH dem Erfolg

    Christian: „‚Follow your Passion' sagen sie erst, nachdem sie Erfolg haben. Man weiß nie, ob es einfach Zufall war und die anderen 100 Leute, die ihrer Passion gefolgt sind, einfach gescheitert sind. Man sieht nur die, die es überlebt haben." Der Survivorship-Bias in Karriere-Ratschlägen ist enorm. Die meisten Erfolgs-Biografien leiden daran. Wer wirklich Passion als einzige Entscheidungs-Grundlage nimmt, blendet Marktrealität aus — und landet oft in Nischen, wo die Liebe nicht zu Einkommen führt.

  2. 02·Eric

    Passion + Skill — nicht nur Passion, sondern auch wo du besser bist als andere

    Eric: „Wenn es nur nach Passion gegangen wäre, hätte ich wahrscheinlich irgendwas im E-Sport-Bereich gemacht. Es ist immer die Kombination mit deinen Skills. Wo bist du gut, wo bist du besser als jemand anderes? Das musst du miteinander kombinieren. Du kannst nicht etwas machen, wo du keinen Bock drauf hast — das funktioniert nicht. Aber nur Passion ohne Skill reicht auch nicht." Die realistische Karriere-Wahl ist multidimensional: Passion × Skill × Marktbedarf. Wer eine dieser drei Dimensionen weglässt, landet in einer suboptimalen Nische. Wer alle drei optimiert, findet die richtige Arena.

  3. 03·Christian

    Christians Reverse-Passion: Vom Bettkasten-versteckenden Kind zum Abnehm-Coach

    Christian: „Bei mir ist es so — ich habe Sport und Ernährung eigentlich gehasst. Ich bin ein dickes Kind gewesen, habe mich im Internat vor Sport sogar versteckt. Hätte zu mir mit 15 gesagt: ‚Du wirst mal den ganzen Tag mit Ernährung und Sport zu tun haben' — hätte ich gesagt ‚Du spinnst'." Die Anti-Passion-Lehre: Die besten Coaches sind oft diejenigen, denen es schwer fiel. Nicht die Naturtalente. Weil Naturtalente nicht verstehen, was das Problem ist. Wer selbst durch den Schmerz gegangen ist, kann anderen authentisch helfen.

  4. 04·Christian

    Nimm jemanden, der eine Klausur vor 1 Nacht gelernt hat und eine 1 schreibt — nicht als Coach

    Christian: „Wenn du die meisten Leute anschaust, denen Sport einfach fällt — wären das ehrlicherweise nicht die besten Coaches. Die können machen was sie wollen. Das wäre wie, wenn du sagst ‚Nimm jemanden, der eine Nacht vorher auf eine Klausur lernt und eine 1 schreibt und frag den wie seine Lerntechnik ist.' Der ist echt nicht so smart." Die Coach-Qualitäts-Heuristik: Empathie + Durchlebung ist Pflicht. Wer beides nicht hat, kann maximal Informationen vermitteln — aber keine Transformation begleiten.

Ideen vs. Execution

  1. 05·Eric

    Dropshipping ist Cashflow-Modell — keine Milliarden-Firma

    Eric: „Dropshipping wird es nicht sein, der dich zur Milliardenfirma bringt. Dropshipping ist so ein Ding — wie kann ich die nächsten 2 Jahre Geld machen? Ja — aber nichts Nachhaltiges, Langfristiges, wo das Große aufbaut. Das ist ein Hustle." Die Unterscheidung zwischen Cashflow-Modellen und Vermögens-Modellen ist wichtig: Dropshipping (oder andere Arbitrage) produziert kurzfristig Geld, skaliert aber nicht zu echtem Firmenvermögen. Wer Dropshipping nutzt, sollte es als Kapital-Aufbau-Phase sehen — nicht als Endstation.

  2. 06·Eric

    „Execution, Execution, Execution" — wie bei Immobilien „Lage, Lage, Lage"

    „Execution, Execution, Execution.”

    Eric Demuth

    Eric: „Du kannst die beste Idee der Welt haben und ein mittelmäßiges Team — es wird nichts. Umgekehrt — mittelmäßige Idee, eine geklaute Idee, eine kopierte Idee — aber ein Top-Team, und Execution, Execution, Execution. Dann kriegt ihr was gebacken. Wie bei Immobilien ‚Lage, Lage, Lage' — bei uns ist es ‚Execution, Execution, Execution'." Die fundamentale Gründer-Lehre: Ideen sind Commodities, die Execution ist knapp. Wer Execution-Kompetenz hat, kann fast jede Idee zum Erfolg führen. Wer nur Ideen hat, scheitert fast immer.

  3. 07·Eric

    Rocket Internet als Copycat-Modell — heute massiven Respekt dafür

    Eric: „Natürlich kannst du auch eine große Firma machen, indem du sagst: ‚Das funktioniert in den USA, in Europa gibts noch nicht — kopier ich.' Die Samba-Brüder mit Rocket Internet, wo ich immer gesagt habe ‚I'm not a fan', muss ich ganz ehrlich absolut massiv Respekt davor haben. Weil im Endeffekt ist es eben nicht die Idee." Die intellektuelle Ehrlichkeit über Copycat-Modelle: Sie erzeugen in der ersten Welle oft Spott, aber die Erfolgreichen zeigen, dass Execution das eigentliche Kapital ist. Wer eine schlechtere Idee besser umsetzt, gewinnt gegen eine bessere Idee, die schlechter umgesetzt wird.

Problem-Lösung und Convenience

  1. 08·Eric

    Apple, Amazon, Nike — alle sind radikal Consumer-Centric

    Eric: „Was haben diese ganzen großen Retail-Brands gemeinsam, die wir alle kennen aus den USA? Apple, Amazon — sind alle so unfassbar Consumer-Centric und Convenience-Centric. Die schauen, dass so einfach wie möglich gemacht wird, das Produkt zu nutzen oder das Problem zu lösen." Die operative Lehre: Success-Firmen optimieren obsessiv auf Convenience — nicht auf Features. Amazon Prime Day. Apple One-Click. Nike App-Experience. Wer Convenience als primären Optimierungs-Vektor hat, baut strukturell etwas, das schwer zu kopieren ist.

  2. 09·Eric

    After-Purchase-Service ist der unterschätzte Customer-Liebe-Punkt

    Eric: „Wenn Leute ein Problem haben — und das ist der große Knackpunkt — es geht immer was schief. Auch bei euch, auch bei uns. Wenn du aber in Problem-Solving investierst, wenn der Chef sich mit den Pain-Points der Kunden befasst, wenn du ihnen individuell hilfst — die lieben dich, die gehen zu ihren Freunden. Nicht ‚einfach nur in der Masse abgefrühstückt.' Bei Amazon ist eine Lieferung nicht angekommen? Post verschlampt? Ruf an — zack, keine Fragen, Kunde ist König." Die Customer-Loyalty-Lehre: Probleme sind nicht Krisen, sie sind Möglichkeiten. Wer Probleme überdurchschnittlich gut löst, hat stärkere Customer-Bindung als wer Probleme vermeidet.

  3. 10·Christian

    Bodybuilder verstehen die 90% Normal-Kunden nicht — sie hatten es immer einfach

    Christian: „Als wir mit Geschmacks-Pulvern rauskamen, haben sich Bodybuilder drüber lustig gemacht. ‚Wofür brauch ich das? Ich kann meinen Quark auch pur essen.' Verstehe ich — Bodybuilder sind Leute, die es sowieso einfach hatten. Ernährung hat sie nicht gejuckt. Die hatten gar kein Verständnis dafür, dass Leute eine emotionale Connection zu Essen haben. Dadurch haben sie auch diesen Markt gar nicht gesehen — 90% der Leute, die wir einfach verpassen." Die übergroße Marktchance liegt fast immer dort, wo die Experten nicht hinschauen, weil sie die Probleme der Nicht-Experten nicht kennen. Wer den Normalverbraucher versteht, findet Nachfrage, die Insider übersehen.

Perfektionismus ist tödlich

  1. 11·Eric

    Die Button-Debatte: 4 Formen × 7 Farben, wenn keiner guckt

    Eric: „Wir haben zu dritt gegründet, alles selbst gebaut. Ich bin immer ästhetisch-getrieben — ‚Sieht so kacke aus.' Christian (Trummer, CTO) sagte: ‚Erik, schau — der Button: 4 Formen, 7 Farben.' Völliger Schwachsinn. Am Ende wollen die Leute einfach, dass es funktioniert. Du hast nicht den Konkurrenzkampf ‚Wer hat die beste Website' — wir haben etwas gelöst, was noch nie gelöst war in Europa. Dann ist es egal, ob das ein blauer rechteckiger Button ist." Das Design-Perfektions-Problem der Founder: Sie stecken Wochen in Details, die niemand wahrnimmt. Die Kunden wollen Problemlösung — nicht Ästhetik-Höchstleistung.

  2. 12·Eric

    Reid Hoffman: „If you're not embarrassed by the first version — you've launched too late"

    „If you're not embarrassed by the first version of your product, you've launched too late.”

    Reid Hoffman (zitiert von Eric)

    Eric: „Wenn das erste Produkt, was du rausbringst, dir nicht ultra peinlich ist — hast du zu spät gelauncht." Der berühmte Reid-Hoffman-Spruch (Mitgründer LinkedIn) wird überall zitiert — aber selten wirklich angewendet. Die meisten Gründer warten, bis ihr Produkt „gut genug" ist — und das ist fast immer zu spät. Wer früh launcht und schnell iteriert, lernt 10x schneller als wer perfekt launchen will.

  3. 13·Eric

    Mehr als ein Realitäts-Test — weniger als ein Plan: Overthinking töten

    Eric: „Riesenfehler ist zu viel durchzuplanen — noch am besten Geld für Berater ausgeben. Einfach raushauen. Das Zeug gucken, wie es ankommt — kein Schönheitswettbewerb. Dann einfach mit der Community, mit Kunden das Produkt verbessern. Meinetwegen wegschmeißen und was Neues machen — aber raus, raus, raus. Real-Life testen." Die Planungs-Falle: Perfektionisten planen monatelang und launchen nie. Oder launchen, aber mit falschen Annahmen. Real-Life-Testing liefert bessere Daten in 1 Woche als 3 Monate Planung. Wer das internalisiert, spart enormen Cycle-Time.

Alles selber machen am Anfang

  1. 14·Eric

    Gründer müssen jeden Pieps verstehen — Webdesign, Steuern, Kundenservice

    Eric: „Als Founder musst du am Anfang, oder die erste Zeit, komplett jeden kleinen Pieps verstehen. Wenn du dich zum ersten Mal mit Webdesign befasst, zum ersten Mal mit Steuern — keine Sorge, du wirst sowieso irgendwann alles abgeben. Aber am Anfang musst du erstmal alles raffen — sonst baust du blind." Die Sinn-Logik hinter Insourcing am Anfang: Nicht weil du alles machen willst — sondern weil du alles verstehen musst, um später bessere Delegations-Entscheidungen zu treffen. Wer nicht versteht, was er delegiert, delegiert schlecht.

  2. 15·Christian

    Christian: 3 Stunden Kundensupport pro Tag mit 4-5h Schlaf in der Anfangszeit

    Christian: „In der Anfangszeit habe ich nur 4-5 Stunden geschlafen — bin morgens aufgestanden, die ersten 3 Stunden Kundensupport auf Instagram gemacht. Damit man alles mitkriegt. Es geht auf einem gewissen Level nicht mehr — aber am Anfang ist das super hilfreich, das Produkt schnell zu iterieren, diese kleinen Veränderungen schnell zu machen, damit man überhaupt an den Punkt kommt, wo man skalieren kann." Die Gründer-Frühphasen-Wahrheit: Direkter Kundenkontakt beschleunigt Lernen um Größenordnungen. Wer dafür keine Zeit findet, delegiert Lernen — und lernt selbst zu langsam.

  3. 16·Eric

    „Sarah" als Support-Agent — Frauennamen → Kunden freundlicher

    Eric: „Ganz am Anfang, als wir zu dritt waren — Support-Tickets, hartnerdige Szene 2014/2015, 95% Männer. Wir haben sofort Frauennamen gegeben — Sarah. Und haben gemerkt, dass die Leute plötzlich nett sind. Die Kunden haben uns nicht mehr angeschrien." Die psychologische Erkenntnis: In sozialen Interaktionen ändert der wahrgenommene Absender das Verhalten. Eine Kleinigkeit — aber sie beeinflusst die gesamte Qualität des Kundensupports. Moderne Support-Teams nutzen das heute noch.

In Deutschland/Europa gründen?

  1. 17·Christian & Eric

    Eric: Heute würde ich NICHT nochmal in Deutschland gründen — und auch nicht in Europa

    Christian: „Würde ich heute noch mal in Deutschland gründen — wüsste ich nicht, ob ich das mit Ja beantworten muss." Eric: „Nein — auf meinem heutigen Gesichts-Status definitiv nein. Keine Chance — Nicht mal in Europa. Die Welt ist schneller geworden, wir gehen nicht im gleichen Tempo mit. Es gibt 2 Sachen: Wenn du etwas für den europäischen Markt machst, wo du hier drin sitzen musst — go for it. Wenn du im globalen Wettbewerb treten musst, mach es nicht in Europa." Die strategische Standortwahl: Für europäische Produkte ist Europa okay. Für globale Produkte ist Europa ein struktureller Nachteil — zu viele Gewichte ans Bein.

  2. 18·Christian

    Hausschlüssel-Übergabe 3/4 Jahr — das ist die Anti-Gründer-Norm Deutschlands

    Christian: „Ich habe das selbst für einfache Sachen gemerkt. Wollten einmal die Produktion ausweiten auf das Grundstück nebenan — Verkäufer und wir wollten beide zustimmen, nur eine Auflage geändert werden. Die Leute haben gesagt: ‚Viel Spaß — wird anderthalb bis 2 Jahre dauern.' Privat: Hauskauf — von Unterschrift bis Grundbuch-Eintrag dreiviertel Jahr. Wenn das im Geschäftskontext passiert, ist das richtig schwierig." Die deutsche Langsamkeit zeigt sich nicht in großen Skandalen, sondern in alltäglichen Verwaltungs-Abläufen. Wer in solchen Zeit-Rahmen arbeiten muss, verliert gegen internationale Konkurrenz, die schneller agieren kann.

  3. 19·Eric

    Das Internet kennt keine Landesgrenzen — Europa hat das vergessen

    Eric: „Wir vergessen, dass wir heute in einem globalen Wettbewerb stehen. Das Internet kennt keine Landesgrenzen — unsere ganzen Gesetze versuchen immer noch, Sachen in gewisse Schubladen zu bringen. Im Internet passt das nicht mehr. Es lähmt uns. Long-term Heritage ist gut, aber jetzt stehen wir strukturell schlechter da." Die strukturelle Tatsache: Wettbewerb ist global, Regulierung bleibt lokal. Dieser Mismatch ist der zentrale Grund, warum europäische Firmen in vielen Sektoren gegenüber US-/Asien-Konkurrenz verlieren — unabhängig von Kompetenz der einzelnen Gründer.

Spitze Zielgruppe vs. breiter Markt

  1. 20·Eric

    Kleine Nische + Hohe Marktmacht statt großer Markt + Austauschbarkeit

    Eric: „Großer Fan davon, dass man ein Produkt nicht für einen riesengroßen Markt baut, sondern für eine kleine Nische. Ein sehr spezifisches Produkt löst ein Problem für eine kleine Gruppe. Wenn du das schaffst, konvertierst du in dieser Gruppe sehr gut — kriegst schnelle Marktmacht." Die Go-to-Market-Strategie für neue Brands: Nicht breit — spitz. Nicht 80% ansprechen wollen — 5% perfekt ansprechen. In der 5%-Nische gewinnen, dann erst expandieren. Wer breit startet, wird vom Konkurrenten mit Spitzer-Fokus überholt.

  2. 21·Christian

    Christians Female Protect — erste Nische: Frauen nach Hardcore-Diäten

    Christian: „Erste Produkte waren Vitamin D3 K2 + Omega 3 — Basics. Das andere war Female Protect. Das war die Zeit, wo Frauen auf 800-Kalorien-Hardcore-Diäten gesetzt wurden und dadurch hormonell geschädigt wurden. Eine Nährstoff-Kombi um den Hormonhaushalt wieder in Ordnung zu bringen. Super spitze Zielgruppe — mein Mitgründer sagte: ‚Das wird nicht funktionieren.' Aber ich wusste: In meiner Zielgruppe sind viele Lehrerinnen, die das haben wollen. Das Produkt war von Anfang an erfolgreich — wir waren die Einzigen, die sich dachten ‚Wir sehen das, wir machen das jetzt mal'. Während jeder andere dachte: ‚Das macht keinen Sinn, ist viel zu klein'." Wer das „Zu klein"-Argument hört, erkennt oft die Chance — weil andere deswegen nicht einsteigen.

AI als Game-Changer

  1. 22·Eric

    „AI ist der größte Game-Changer, den wir jemals erleben werden"

    „AI ist der größte Game-Changer, den wir jemals erleben werden.”

    Eric Demuth

    Eric: „Ich bin wirklich der Letzte, der dem sagt — ich bin sehr kritisch bei neuen Themen, die gehyped werden. Aber AI ist der größte Game-Changer, den wir jemals erleben werden. Es wird einen krasseren Impact haben, als das Internet ihn hatte." Die Prognose ist radikal, aber nicht unvernünftig. Das Internet hat alles verändert — AI könnte das noch mal in größerem Maßstab tun. Wer diese These für plausibel hält, muss sein Karriere-Framework danach ausrichten.

  2. 23·Eric

    Nicht als AI-Company gründen — boring Industries mit AI-Tools besser machen

    Eric: „Nicht AI. Baue jetzt keine AI-Firma — das ist sowieso nicht in Europa das Geilste. Sondern: Nutze AI, um eine bestimmte Sache, ein bestimmtes Produkt — vielleicht sogar etwas, was es schon gibt — einfach besser zu machen. Mach diese Tür des AI-Tools auf — auf einmal kommt die Sonne. Schlaraffenland." Das strategische Framing für Gründer 2025: Nicht AI-Plattform bauen (dafür gibt es zu viel Kapital, zu viel Konkurrenz). Sondern AI als Enhancement-Layer auf bestehende Industrien. Dort gibt es Milliarden-Möglichkeiten, die niemand besetzt.

  3. 24·Eric

    Sam Altmans Wette: Wann kommt das erste Milliarden-Unternehmen mit nur 1 Mitarbeiter?

    Eric: „Sam Altman hat in Silicon Valley eine Wette laufen mit Unternehmern: Wann wird es das erste Milliarden-Unternehmen geben, was nur eine einzige Person hat?" Die radikale These der AI-Gründer-Zukunft: Der klassische Skalierungs-Zwang über Mitarbeiter-Hires verschwindet. Ein einzelner operativer Mensch mit orchestrierten AI-Agents kann Output generieren, für den früher 100 Mitarbeiter nötig waren. Wer das für 2027-2028 realistisch hält, plant anders als wer noch klassische Organisations-Strukturen aufbaut.

  4. 25·Eric

    AI-First-Company Mindset: Erst AI-Tool ausprobieren, dann klassisches Tool

    Eric: „Ich mache gerade eine Initiative in der Company — AI-First-Company. Erstes AI-Tool benutzen. Wenn das nicht weiterkommt, klassisches Tool benutzen. Das ist die Vorgehensweise, die ich fördern möchte." Die organisatorische Implementierung: Wer AI als Zweit-Option sieht, wird es selten nutzen. Wer AI als Erst-Option pushet, lernt schnell. Die Einführung einer „AI-First"-Regel in Unternehmen beschleunigt die Transformation signifikant.

  5. 26·Eric

    AI demokratisiert Gründen: 100€/Monat für Tools, die vorher ein Team ersetzt haben

    Eric: „AI ist eine absolute Chance, etwas aufzubauen, wo du normalerweise viele Leute hättest teilen müssen. Jetzt können das Tools machen. Das kostet dich irgendwie — wenn du alle Tools zusammennimmst — 100€ im Monat. Früher wäre das tausende Euro an Gehältern gewesen." Die Democratisierung der Gründer-Ökonomie: Wer kein Startkapital hat, hatte früher kaum Chancen. Heute kann man mit 100-300€ Tool-Kosten pro Monat Dinge tun, für die früher 10.000€ Gehaltskosten nötig gewesen wären. Das senkt die Einstiegs-Hürde radikal.

Kein Kapital → Not macht erfinderisch

  1. 27·Christian

    Moore's Lieferanten-Zahlungsziele als Millionen-Kredit-Trick

    Christian: „Wir haben mit Lieferanten Zahlungsziele ausgemacht, die am Ende dafür gesorgt haben, dass wir teilweise Millionen-Kredite hatten — weil die Ware mehrere Monate im Voraus gegeben wurde." Die Cashflow-Innovation ohne Bankkredite: Lieferanten-Kredite sind oft verfügbar, aber werden selten bewusst verhandelt. Wer das früh im Unternehmensleben macht, schafft faktisch Liquidität ohne Equity-Dilution oder Bank-Haftung — einer der wertvollsten Gründer-Tricks.

  2. 28·Christian

    Creator-Modell ohne Fixbeträge: Nur Bock-Creator kamen — intensiver Zusammenhalt

    Christian: „Andere Firmen haben mit Fix-Beträgen gearbeitet. Wir hatten kein Geld — hatten richtig Probleme, Creator zu bekommen. Aber dadurch kamen nur Leute, die die Produkte wirklich geil fanden. Diese Rückwärts-Selektion hat dafür gesorgt, dass wir ein richtig eingeschweißtes Team bekamen, das die ganze Zeit Gas gab." Die paradoxe Stärke des Mangels: Wer nicht mit Geld werben kann, zieht intrinsische Motivation an — die schwerer zu kopieren ist. Das ist der Grund, warum Bootstrap-Firmen oft loyalere Teams haben als VC-finanzierte.

  3. 29·Christian

    Not macht erfinderisch — die Hürden von damals waren die Sieger-Mechanik von heute

    Christian: „Die ganzen Hürden haben eigentlich dafür gesorgt, dass die Firma wirklich gut geworden ist. Wir hatten keinen Webshop, wir nutzten den Shop meines Mitgründers als Plattform. Das Logo war von einer befreundeten Agentur der letzten Seite her. Die Instagram-Grafiken haben wir am Handy gemacht. Aber dadurch waren wir schneller am Markt als Konkurrenten mit viel mehr Ressourcen." Die strukturelle Lehre: Constraint-Driven-Creativity ist oft stärker als Resource-Driven-Optimization. Wer Geld hat, optimiert perfekt; wer kein Geld hat, optimiert auf Machbarkeit — und kommt oft schneller zum Markt.

Founding Team

  1. 30·Eric

    Kernkompetenzen im Gründerteam — nicht alles outsourcen

    Eric: „Ohne technischen Gründer brauchst du nicht erst ein Tech-Produkt zu bauen. Du gehst nicht zu einer Agentur, hast sowieso schon kein Geld — und wer macht das dann weiter? Also: Kernkompetenzen im Gründerteam, Steuern und Co. kann man auslagern." Die Team-Komposition-Regel: Was das Kern-Business ist, muss intern sein. Was Support-Funktion ist, kann ausgelagert werden. Wer das falsche Verhältnis hat (Kernkompetenz outgesourct, Support insourced), baut strukturell ein fragiles Unternehmen.

  2. 31·Eric

    Heterogene Gründer komplementär — Eric, Paul, Christian Trummer bei Bitpanda

    Eric: „Paul und ich haben angefangen, Christian kam dazu als CTO. Wir sind sehr heterogene Menschen — Skillsets und Persönlichkeit komplett unterschiedlich. Paul ist vielleicht der smarteste Typ, den ich je getroffen habe — brillantes logisches Denken. Christian ist ein harter Arbeiter vom Bauernhof — Kennt Arbeit. Ich bin der Terrier, der treibt. Ohne Paul und Christian gäbe es das Produkt nicht — ohne mich wäre es vielleicht n bisschen kleiner." Die erfolgreichste Founder-Team-Konstellation: 2-3 Personen mit komplementären Stärken. Wenn alle das Gleiche gut können, entsteht Redundanz. Wenn alle komplett Unterschiedliches können, entsteht Kraft.

  3. 32·Christian

    Low Ego: „Lass mal gewinnen — egal ob ich falsch liege"

    Christian: „Das klappt aber nur, wenn Leute ein Low Ego haben. Es geht nicht darum, dass man keine Selbstverwirklichung will — Unternehmer wollen selbst verwirklichen. Aber am Ende geht es darum: Wollen die Leute gewinnen? Sind sie bereit zu sagen ‚Ich lieg da falsch — aber egal, lass mal gewinnen'?" Die Team-Kultur-Voraussetzung: Wer Ego vor Outcome stellt, blockiert Entscheidungen. Wer Outcome vor Ego stellt, beschleunigt. Wer diese Haltung in einem Team verankern kann, hat einen strukturellen Vorteil gegenüber Teams, die an Ego-Konflikten stecken bleiben.

  4. 33·Christian

    Christians Pitch: Vater im Anzug mitgenommen, um bei Mitgründer seriös zu wirken

    Christian: „Ich war 20 Jahre, hatte eine Idee. Ich hab ihn angeschrieben — ‚Kann ich vorbeikommen?' Er hatte 5 Jahre vorher schon Content gemacht als Fitness-YouTuber, den hab ich jahrelang verfolgt. Ich hab meinen Vater extra mitgenommen — ‚Komm im Anzug, Aktentasche mit.' Weil ich als 20-Jähriger alleine nicht seriös gewirkt hätte. Mein Vater ‚gab' Seriosität mit." Die Co-Founder-Approach-Lehre: Wer einen erfahrenen Mitgründer gewinnen will, muss selbst seriös wirken. Physische Signale (Anzug, Alter, Netzwerk) zählen — auch wenn man die eigentliche Kompetenz erst dann beweisen kann.

  5. 34·Eric

    Seefahrt-Lektion: Trennen zwischen Sache und Person — auch bei harter Kritik

    Eric: „Zur See — 19:00 Uhr Maschinenraum, der Vorgesetzte sagt ‚Alter, du bist der größte Idiot — kriegst du denn nicht mal das hin?' Halbe Stunde später: ‚Oh, guter Tag. Mal Feierabend gehen? Gehen wir Bier trinken.' Dieses Trennen zwischen ‚Es geht um die Sache' und ‚Ich mag dich total gerne' — das sind 2 Dinge. Ich kann das komplett trennen. Da lernst du auf die harte Tour." Die Kommunikations-Kompetenz aus der Seefahrt: Harte Kritik in der Sache + herzliche Beziehung auf der persönlichen Ebene. Wer das nicht trennen kann, liest jede Kritik als Angriff auf die Person. Wer es trennen kann, nimmt Kritik konstruktiv an.

Work Smarter AND Harder

  1. 35·Eric

    „Work Smarter, Not Harder" ist falsch — es ist beides

    „Es ist work smarter AND harder.”

    Eric Demuth

    Eric: „Ich mag den Spruch nicht — ‚Work smarter, not harder.' Es ist beides. Work smarter AND harder. Wenn du sagst ‚Ich habe ein krasses Ambitionslevel, ich will etwas schaffen' — dann musst du AI benutzen, um besser zu werden als andere. UND nochmal 10 Stunden mehr machen in der Woche." Die populäre „Work smarter"-Erzählung verschweigt, dass die meisten erfolgreichen Unternehmer auch sehr hart arbeiten — mit optimierten Prozessen. Wer nur das „smarter" anwendet, hat zu wenig Output. Wer nur das „harder" anwendet, verbrennt sich.

  2. 36·Eric

    „Wenn du das machst, ist die Firma der Mittelpunkt deines Lebens"

    Eric: „Wenn du eine Firma aufbauen willst von nichts an, dreht sich alles um die Firma. Sie ist der Mittelpunkt deines Lebens — alles andere wird zurückgestellt. Wenn du nicht dafür bereit bist, mach es lieber nicht. Es ist OK. Sogar gut, dass die meisten Leute das nicht machen — sonst würde unsere Gesellschaft nicht funktionieren." Die radikale Ehrlichkeit über die Gründer-Entscheidung: Es ist keine Work-Life-Balance-Entscheidung. Es ist eine Lebensform-Entscheidung. Wer das nicht akzeptiert, wird in der ersten schwierigen Phase aufgeben.

  3. 37·Eric

    Die Angst, überholt zu werden, hört nie auf — und das ist OK

    Eric: „Ich habe immer die Angst, zu spät zu sein — andere überholen einen. Das ist drin. Das einzige, was besser geworden ist, dass man mehr Gefühl für Prioritäten bekommt. Es ist nicht alles Alarmstufe Rot — es gibt Unterbereiche. Aber dieser generelle Antrieb hat bis heute nicht aufgehört. Ist auch gut so, glaube ich." Die Gründer-Psyche als permanenter Aktivitäts-Zustand. Wer das aushält, hat einen strukturellen Karriere-Vorteil. Wer das nicht akzeptiert, sucht sich einen anderen Lebensweg — auch legitim.

2025 Opportunities

  1. 38·Christian

    Boring Industries mit AI updaten — nicht AI-Company bauen

    Christian: „Man sollte sich boring Industries anschauen — wirklich langweilige Industrien, wo ältere Männer oder Frauen sitzen, die nicht auf dem Schirm haben, was gerade AI bringt. Da sitzen Leute, die schlafen, weil die Industrie älter ist. Überleg, wie du mit AI in dem Bereich deutlich besser ausmachen kannst." Die Gründer-Opportunität 2025: Nicht die hypetigen Sektoren (wo die Konkurrenz zu groß ist), sondern vernachlässigte Industrien, die von AI revolutioniert werden könnten — aber noch keinen AI-nativen Player haben. Das sind meist Nischen, die nicht auf Techcrunch auftauchen.

  2. 39·Christian

    Nicht die hypetigen Themen — italienische Pizzeria, Long Longevity, Video-Editing-Agentur

    Christian: „Bitte nicht die nächste italienische Pizzeria, Video-Editing-Agentur — oder hier irgendwie Long Longevity. Nee. Sondern eher in langweilige Themengebiete gehen, die man aber schlauer machen kann." Die Markt-Sättigung-Heuristik: Wo viele Leute reingehen, ist wenig Geld zu verdienen (außer für wenige Gewinner). Wo niemand reingeht, ist oft mehr zu verdienen — weil Konkurrenz fehlt und Marktanteile leichter aufgebaut werden.

  3. 40·Eric & Christian

    AI erlaubt dir, bestehendes Produkt auf neues Level zu bringen — nicht neue Ideen zu erfinden

    Eric: „AI ist geil, weil du musst nicht überlegen ‚Ich muss die krasseste Idee haben, was gibt es noch nicht' — sondern nimm ruhig was Bestehendes und bringe es auf ein ganz anderes Level." Christian: „Oder ein anderes Preislevel. Plötzlich kannst du eine Leistung anbieten, die deutlich schneller ist." Die strategische Neudefinition: Innovation durch AI ist nicht „neue Kategorie erfinden" sondern „bestehende Kategorie mit AI drastisch besser ausführen". Das ist der viel einfachere und wahrscheinlichere Erfolgspfad.

  4. 41·Eric

    Lass dir Zeit — richtig ready sein, dann 100% committen

    Eric: „Lasst euch Zeit. Nicht sagen ‚Ich muss jetzt unbedingt was machen.' Lieber richtig ready sein und dann sagen: ‚Wenn ich das jetzt mache, dann gehe ich richtig. Dann habe ich keinen Hauptberuf mehr — das IST mein Hauptberuf.' Das ist absolute Dedikation. Wenn du nicht dafür bereit bist, mach es lieber nicht — ist auch OK, ist sogar gut, dass die meisten Leute das nicht machen." Die Timing-Lehre: Man muss nicht sofort gründen. Geduld ist Teil der Strategie. Wer drängt, macht Kompromisse. Wer wartet, bis das Team + die Idee + der Moment stimmen, hat bessere Chancen.

Wenn du eine Firma aufbauen willst, dreht sich alles darum. Es ist der Mittelpunkt deines Lebens — alles andere wird zurückgestellt. Wenn du nicht dafür bereit bist, mach es nicht. Die Welt braucht auch nicht jede Person als Gründer — sie braucht Menschen, die ihre Sachen gut machen, egal in welchem Feld.